News vom 24.10.2010
Irland mutiert zum Problem-Land
Einst sorgte die Bauwut der Immobilienbarone in Irland für ein Wirtschaftswunder, dann zum Krisenfall für den Euro. Dafür hat das Land hart gebüßt und jetzt kommt alles noch viel schlimmer.
Fährt man durch die Innenstadt von Dublin, geht es vorbei an Bauzäunen, hinter denen seit Jahren nichts mehr passiert. Man sieht heruntergelassene Rollläden aufgegebener Geschäfte und unzählige Werbetafeln mit der Botschaft: „Zu Vermieten.“ Irland kämpft mit der schlimmsten Rezession die es je gegeben hat.
Die Wut gegen Banker und Politiker werden im Land immer größer. Experten rechnen damit, dass Irland eine Bombe ist, die jederzeit hochgehen kann. Es wird schlimmere Ausschreitungen geben, als man sie jüngst in Frankreich oder Griechenland erlebt hat.
Kein anderes europäisches Land ist in der Wirtschaftskrise so brutal abgestürzt wie Irland. Während das Land vor lauter Aufschwung vor drei Jahren noch aus allen Nähten platzte und der Bauboom für überaus geringe Arbeitslosenzahlen sorgte, liegt das Land ein Jahrzehnt später brach.
Die Preise für Immobilien sind um mehr als ein Drittel gefallen. Mit 13 Prozent hat die Arbeitslosenquote den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht und ein astronomisch hohes staatliches Haushaltsdefizit gibt es auch noch. Nach Griechenland ist die Insel nun der größte Krisenherd in der Währungsunion.



