News vom 15.02.2010
Endlich nimmt der Vatikan Stellung zum Missbrauchsskandal in Irland
Lange hat der Vatikan in Rom zu dem Missbrauchsskandal in Irland keine Stellung genommen. Nun ist das Schweigen gebrochen und der Vatikan nimmt offiziell Stellung zu den schweren Missbräuchen Jugendlicher durch katholische Priester in Irland. Bereits im Dezember hatte der Papst die Untaten verurteilt. Er kündigte eine nähere Stellungsnahme nun in einem Hirtenbrief an.
Der Staatssekretär, Mardinal Tecisio Bertone, hat bei einem Besuch der Bischöfe aus Irland im Vatikan die Missbrauchsfälle in dem Land scharf verurteilt. Er sagte, dass die katholische Kirche in Irland vor einer schweren Herausforderung stehe. Im Hirtenbrief will Papst Benedikt XVI. nach Angaben des Vatikans nun das Vertrauen in den katholischen Gemeinden in Irland wieder herstellen. Mit „konkreten und effizienten“ Vorgehensweisen, die aufgezeigt werden sollen, soll ausgeschlossen werden, dass in Zukunft ähnliche Fälle auftreten können. In Irland war im November letzten Jahres ein Untersuchungsbericht veröffentlicht worden, in dem katholischen Würdenträgern der Erzdiözese Dublin vorgeworfen wird, über drei Jahrzehnte lang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Kindern durch Geistliche verschwiegen und sogar vertuscht zu haben. Seitdem sind vier irische Bischöfe zurück getreten und es gab weltweit ähnliche Enthüllungen, z.B. in den USA und Australien. Auch in Deutschland sind Missbrauchsfälle bekannt geworden. Hierzu hat der Vatikan jedoch bislang noch nicht Stellung bezogen.



